Energie & SparenEnergiesparen

Stromverbrauch senken: 12 Maßnahmen, die im Haushalt wirklich sinnvoll sind

Nicht jeder Stromspartipp lohnt sich. Wir zeigen, wo im Haushalt der Strom tatsächlich verbraucht wird und welche zwölf Maßnahmen den Verbrauch spürbar senken, ohne Komfort einzubüßen.

Küchenzeile mit warmem Licht, Induktionskochfeld und Wasserkocher

Stromsparen klingt nach Verzicht und nach Tipps, die jeder schon hundertmal gehört hat. Tatsächlich gibt es im Haushalt ein paar große Hebel und viele kleine, die kaum ins Gewicht fallen. Wer weiß, wo der Strom tatsächlich verbraucht wird, kann gezielt ansetzen. Dieser Ratgeber sortiert die Maßnahmen nach Wirkung und zeigt, welche sich mit wenig Aufwand umsetzen lassen.

Wo im Haushalt der Strom hingeht

Bevor es um Maßnahmen geht, lohnt ein Blick auf die Verteilung. In einem typischen Haushalt ohne elektrische Warmwasserbereitung und ohne Wärmepumpe entfällt der größte Teil des Verbrauchs auf wenige Bereiche:

  • Kühlen und Gefrieren
  • Kochen, Backen und Geschirrspülen
  • Waschen und Trocknen
  • Unterhaltungselektronik, Computer und Bürogeräte
  • Beleuchtung

Wenn Warmwasser elektrisch erzeugt wird, etwa über einen Durchlauferhitzer oder Boiler, ist das oft der größte Einzelposten überhaupt. In diesem Fall bringt jede Maßnahme rund ums warme Wasser besonders viel.

Der eigene Jahresverbrauch steht auf der letzten Stromrechnung. Wer ihn mit typischen Werten für die Haushaltsgröße vergleicht, bekommt ein Gefühl dafür, ob es Einsparpotenzial gibt. Vergleichstabellen dazu veröffentlichen unter anderem Verbraucherzentralen und Energieagenturen.

Die 12 Maßnahmen im Überblick

1. Kühlschranktemperatur richtig einstellen

Sieben Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach reichen aus. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch spürbar. Ein einfaches Thermometer im Kühlschrank zeigt, ob die Einstellung passt, weil die Reglerstufen wenig aussagen.

2. Gefrierfach regelmäßig abtauen

Eine Eisschicht wirkt wie eine Isolierung an der falschen Stelle. Ab etwa einem halben Zentimeter Eis steigt der Verbrauch deutlich. Abtauen dauert ein paar Stunden und sollte bei älteren Geräten ein bis zwei Mal im Jahr passieren.

3. Wäsche kälter waschen

Für normal verschmutzte Wäsche reichen 30 oder 40 Grad. Der Großteil des Stroms geht beim Waschen in das Aufheizen des Wassers, deshalb ist die Temperatur der wichtigste Faktor. Nur Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche brauchen gelegentlich 60 Grad, auch aus hygienischen Gründen.

4. Wäschetrockner seltener nutzen

Der Trockner gehört zu den stromhungrigsten Geräten. Wer Wäsche auf der Leine oder dem Ständer trocknet, spart bei jedem Durchgang. Wenn ein Trockner unverzichtbar ist, sollte die Wäsche vorher gut geschleudert sein, weil das Restwasser sonst elektrisch verdampft werden muss.

5. Deckel auf den Topf

Beim Kochen mit Deckel braucht das Wasser deutlich weniger Energie, um zum Kochen zu kommen. Ebenso hilfreich: Topfgröße an die Kochplatte anpassen und Wasser im Wasserkocher vorheizen, wenn nur eine kleine Menge gebraucht wird.

6. Backofen ohne Vorheizen nutzen

Bei den meisten Gerichten ist Vorheizen nicht nötig. Umluft statt Ober- und Unterhitze erlaubt zudem eine um etwa 20 Grad niedrigere Temperatur. Die Restwärme lässt sich nutzen, indem der Ofen ein paar Minuten vor Ende ausgeschaltet wird.

7. Geschirrspüler im Eco Programm laufen lassen

Das Eco Programm dauert länger, verbraucht aber weniger Strom und Wasser, weil das Wasser weniger stark erhitzt wird. Die Maschine sollte voll beladen sein, Vorspülen von Hand ist nicht nötig.

8. Standby konsequent vermeiden

Fernseher, Receiver, Spielkonsolen, Drucker und Ladegeräte ziehen auch im Bereitschaftsmodus Strom. Einzeln ist das wenig, über ein Jahr und viele Geräte summiert es sich. Schaltbare Steckdosenleisten sind die einfachste Lösung. Ausnahme: Geräte, die Einstellungen verlieren oder lange neu starten, etwa ein Router, der ohnehin dauerhaft laufen sollte.

9. Auf LED Beleuchtung umstellen

Falls noch Halogen oder gar Glühlampen im Einsatz sind, ist der Tausch gegen LED eine der wirksamsten Maßnahmen bei der Beleuchtung. LED Lampen brauchen einen Bruchteil des Stroms und halten viele Jahre. Auf die Lichtfarbe achten: Warmweiß für Wohnräume, Neutralweiß für Küche und Arbeitsplatz.

10. Alte Großgeräte prüfen

Ein Kühlschrank oder eine Gefriertruhe aus den 2000er Jahren kann das Doppelte oder Dreifache eines modernen Geräts verbrauchen. Ein Strommessgerät aus dem Baumarkt oder von der Verbraucherzentrale zeigt den tatsächlichen Verbrauch. Ein Austausch lohnt sich vor allem bei Geräten, die rund um die Uhr laufen.

11. Warmwasser bewusst nutzen

Wenn Warmwasser elektrisch erzeugt wird, zählt jede Minute Duschen. Ein Sparduschkopf reduziert den Durchfluss, ohne dass sich das Duschen anders anfühlt. Beim Händewaschen reicht kaltes Wasser, und beim Boiler kann eine niedrigere Speichertemperatur sinnvoll sein, wobei aus Hygienegründen 60 Grad nicht unterschritten werden sollten.

12. Verbrauch messen und verstehen

Wer weiß, welches Gerät wie viel verbraucht, trifft bessere Entscheidungen. Ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät zeigt den Verbrauch in Echtzeit. Bei digitalen Stromzählern lässt sich der Verbrauch oft tageweise auslesen, was zum Beispiel den Unterschied zwischen Urlaubswoche und normaler Woche sichtbar macht: Was im Urlaub noch verbraucht wird, ist Grundlast, die sich meist reduzieren lässt.

Was die Maßnahmen zusammen bringen können

Wie viel sich am Ende sparen lässt, hängt vom Ausgangsniveau ab. Ein Haushalt, der bereits sparsame Geräte und LED Beleuchtung nutzt, hat weniger Spielraum als einer mit alten Geräten und Durchlauferhitzer. Realistisch ist bei konsequenter Umsetzung der großen Hebel eine spürbare Reduktion des Jahresverbrauchs. Genaue Prozentzahlen wären unseriös, weil sie stark vom Einzelfall abhängen.

Neben dem Verbrauch spielt auch der Preis pro Kilowattstunde eine Rolle. Ein Wechsel des Tarifs oder Anbieters kann bei gleichem Verbrauch die Rechnung senken. Worauf dabei zu achten ist, erklärt der Ratgeber Stromtarif wechseln.

Kurz zusammengefasst

  • Die größten Verbraucher sind Kühlen, Waschen, Trocknen, Warmwasser und alte Großgeräte.
  • Temperatur senken beim Waschen und Kühlen bringt mehr als viele kleine Gewohnheiten.
  • Standby über Steckdosenleisten abschalten, LED Beleuchtung nutzen.
  • Verbrauch messen, bevor Geräte ersetzt werden.
  • Tarif und Verbrauch gemeinsam betrachten, beides beeinflusst die Rechnung.