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Renovierung planen: So behältst du Kosten, Material und Reihenfolge im Blick

Ob frisch gestrichene Wände oder neuer Boden: Eine Renovierung gelingt vor allem dann, wenn Reihenfolge, Budget und Material vorher feststehen. So gehst du strukturiert vor.

Leerer Raum mit Leiter und Farbrolle während einer Renovierung

Eine Renovierung beginnt selten mit dem ersten Pinselstrich, sondern mit einer Liste. Wer weiß, welche Arbeiten anstehen, in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind und was sie ungefähr kosten, spart später Zeit, Geld und doppelte Wege in den Baumarkt. Dieser Ratgeber zeigt, wie du eine Renovierung realistisch planst, egal ob es um ein Zimmer oder eine ganze Wohnung geht.

Bestandsaufnahme: Was soll wirklich gemacht werden?

Am Anfang steht ein Rundgang mit Notizblock. Gehe Raum für Raum durch und halte fest, was dich stört und was erneuert werden soll. Unterscheide dabei drei Kategorien:

  • Muss: Schäden, Sicherheitsmängel, Feuchtigkeit, defekte Leitungen
  • Sollte: abgenutzte Böden, vergilbte Wände, unpraktische Einbauten
  • Wunsch: neue Farbe, andere Beleuchtung, Umgestaltung

Diese Einteilung hilft später beim Priorisieren, wenn das Budget nicht für alles reicht. Feuchte Wände oder eine brüchige Elektrik gehören immer nach vorn, auch wenn sie am Ende nicht sichtbar sind.

Als Mieter solltest du außerdem klären, welche Arbeiten der Vermieter genehmigen muss. Wände streichen ist in der Regel unproblematisch, bauliche Veränderungen wie das Entfernen von Wänden oder neue Böden brauchen fast immer eine schriftliche Zustimmung.

Die richtige Reihenfolge

Die Reihenfolge ist der Punkt, an dem die meisten Renovierungen unnötig teuer werden. Wer erst den Boden verlegt und dann die Decke streicht, hat garantiert Farbspritzer auf dem neuen Parkett. Bewährt hat sich der Grundsatz: von oben nach unten und von grob nach fein.

  1. Abriss und Entkernung: alte Tapeten, Böden, Einbauten entfernen
  2. Rohinstallation: Elektrik, Wasser, Heizung, falls nötig
  3. Putz und Trockenbau: Wände ausbessern, Spachteln, Schleifen
  4. Decke: streichen
  5. Wände: tapezieren oder streichen
  6. Boden: verlegen
  7. Feinarbeiten: Sockelleisten, Steckdosen, Lichtschalter, Türen einhängen
  8. Einrichtung: Möbel, Vorhänge, Deko

Wenn mehrere Räume anstehen, ist es meist besser, einen Raum fertigzustellen, bevor der nächste beginnt. So bleibt die Wohnung bewohnbar und du siehst früh Ergebnisse, was die Motivation deutlich erhöht.

Kosten realistisch kalkulieren

Renovierungskosten hängen stark von Region, Material und Eigenleistung ab, deshalb verzichten wir hier auf pauschale Quadratmeterpreise. Sinnvoller ist eine eigene Kalkulation in drei Schritten.

Materialliste erstellen. Für jeden Arbeitsschritt notierst du, was du brauchst: Farbe, Grundierung, Spachtelmasse, Abdeckmaterial, Bodenbelag, Trittschalldämmung, Sockelleisten, Schrauben, Kleber. Die Mengen ergeben sich aus den Raummaßen. Bei Wandfarbe geben Hersteller die Ergiebigkeit pro Quadratmeter auf dem Gebinde an, rechne für zwei Anstriche und etwa zehn Prozent Reserve.

Preise sammeln. Notiere für jede Position einen Preis aus dem Baumarkt oder Onlineshop. Größere Gebinde sind pro Liter oder Quadratmeter meist günstiger, lohnen sich aber nur, wenn du die Menge wirklich brauchst.

Puffer einplanen. Zehn bis zwanzig Prozent Reserve auf die Gesamtsumme sind kein Pessimismus, sondern Erfahrung. Fast immer taucht etwas Unerwartetes auf: ein zweiter Anstrich, eine beschädigte Wand unter der alten Tapete, fehlendes Werkzeug.

Werkzeug: Kaufen, leihen oder ausborgen?

Für die meisten Renovierungen reicht eine überschaubare Grundausstattung: Farbrollen in zwei Größen, Pinsel, Abdeckfolie, Malerkrepp, Spachtel, Schleifpapier, Cuttermesser, Zollstock, Wasserwaage und ein Akkuschrauber. Wer Boden verlegt, braucht zusätzlich eine Säge und Abstandskeile.

Spezialwerkzeug wie Fliesenschneider, Tapetenablöser oder eine Schleifmaschine kaufst du besser nicht für einen einmaligen Einsatz. Viele Baumärkte verleihen Geräte tageweise, und im Freundeskreis findet sich oft jemand mit gut ausgestatteter Werkstatt.

Zeitplan: Realistisch statt optimistisch

Ein häufiger Fehler ist, die Trocknungszeiten zu unterschätzen. Spachtelmasse, Grundierung und Farbe brauchen jeweils Stunden bis einen Tag, bevor der nächste Schritt folgen kann. Ein Zimmer komplett zu streichen dauert mit Vorbereitung, zwei Anstrichen und Aufräumen realistisch zwei bis drei Tage, nicht einen Nachmittag.

Plane die Renovierung deshalb in Etappen und lege für jede Etappe fest, was am Ende fertig sein soll. Wochenenden eignen sich für größere Schritte, Abende unter der Woche für Vorbereitungen wie Abkleben oder Einkaufen.

Wenn die Renovierung mit einem Umzug zusammenfällt, ist die Reihenfolge klar: erst renovieren, dann einziehen. Leere Räume lassen sich ungleich leichter bearbeiten als möblierte. Wie du beides zeitlich unter einen Hut bekommst, zeigt unsere Umzugscheckliste.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

  • Untergrund nicht vorbereitet. Farbe auf staubigen oder fettigen Wänden hält schlecht. Wände abwischen, Löcher spachteln, sandende Untergründe grundieren.
  • Zu wenig Material gekauft. Farbchargen können sich minimal unterscheiden. Lieber einen Eimer zu viel als am Ende zwei verschiedene Weißtöne an einer Wand.
  • Am Abdeckmaterial gespart. Farbspritzer auf Böden und Fensterrahmen kosten mehr Zeit beim Entfernen als sorgfältiges Abkleben vorher.
  • Keine Belüftung. Frische Farbe und Kleber brauchen Luftaustausch, sowohl für die Trocknung als auch für die Gesundheit.
  • Alles gleichzeitig angefangen. Drei halbfertige Räume sind frustrierender als ein fertiger und zwei unberührte.

Kurzcheck vor dem Start

  • Aufgabenliste nach Muss, Sollte und Wunsch sortiert
  • Reihenfolge der Arbeiten festgelegt
  • Materialliste mit Mengen und Preisen erstellt
  • Budget inklusive Puffer berechnet
  • Werkzeug geprüft, Leihgeräte reserviert
  • Zeitplan mit Trocknungszeiten
  • Bei Mietwohnung: Zustimmung des Vermieters für bauliche Änderungen

Mit einer sauberen Planung wird aus der Renovierung kein Dauerprojekt, sondern eine überschaubare Aufgabe mit klarem Ende. Und wenn du eine Immobilie kaufst, die renoviert werden muss, solltest du diese Kosten von Anfang an in die Gesamtrechnung aufnehmen. Welche weiteren Ausgaben beim Kauf anfallen, erklären wir im Ratgeber zu den Kaufnebenkosten.